Einschlägige Begriffe in der Schweizer Militärfliegerei

Arbeitsräume

Der Luftraum in der Schweiz ist in verschiedene Lufträume mit seitlichen sowie unteren und oberen Begrenzungen eingeteilt. Dem Zivilluftverkehr sind sogenannte Luftstrassen zugeteilt, welche im Wesentlichen die Schweiz einerseits von Süden nach Norden vom Tessin über Zürich nach Schaffhausen und andererseits von Westen nach Osten von Genf über Bern nach Zürich und anschliessend den Bodensee durchqueren. Die übrigen Gebiete sind oberhalb von ca. 3'000 m dem militärischen Luftverkehr vorbehalten und teilweise nochmals in sogenannte Arbeitsräume aufgeteilt. Je nach Anzahl der an einer Übung teilnehmenden Flugzeuge werden den Übungsparteien für einen bestimmten Zeitraum einer oder mehrere solcher Arbeitsräume zugeteilt. Mit der Zunahme des zivilen Luftverkehrs wird nun seit ein paar Jahren eine enge Zusammenarbeit der militärischen und zivilen Flugsicherungsstellen für eine optimale Bewirtschaftung des gesamten Luftraumes betrieben.

BLW

Das Bundesamt für den Betrieb der Luftwaffe ist zuständig für den Betrieb der Militärflugplätze der Schweiz sowie für die Wartung, Bereitstellung und Unterhalt der Militärflugzeuge neben dem reinen Militärbetrieb, welcher lediglich während dem WK stattfindet.

WK

Dienst mit der Truppe. Während des dreiwöchigen Dienstes wird der Einsatz der Flugzeuge zusammen mit der militärischen Bodentruppe geübt.

IT

Individuelles Training. Jeder Militärpilot ist verpflichtet, zur Aufrechterhaltung seiner Fluglizenz und zur Einhaltung der maximalen Unterbruchslimiten im Flugdienst, an einzelnen Tagen oder mindestens Halbtagen Flugdienst zu leisten. Dieser erfolgt für Jet-Piloten in der Regel auf der Airbase Payerne (alternativ Sion oder Meiringen), wo der Flugdienst vom BFK geplant wird und ein bis zwei Einsätze zusammen mit anderen Miliz- oder BFK-Piloten geflogen werden.

IND

Intercept Director; ist zuständig für die taktische Fuherung eines oder mehrerer Flugzeuge eines Verbandes. Aufgrund seines Radarbildes informiert er entsprechend dem Briefing laufend die Piloten über die aktuelle Situation, insbesondere über die Position der gegnerischen Flugzeuge. Der IND hilft dem Verbandsführer weiter bei der Einhaltung der Grenzen der Arbeitsräume und koordiniert die Übergabe an die Flugsicherungsstelle beim Anflug zu einem Flugplatz und beim Durchqueren der zivilen Luftstrassen.

Milizpilot

Ein Grossteil der Militärpiloten in der Schweiz ist nach wie vor wie die meisten übrigen Angehörigen der Armee nicht hauptberuflich als Militärpilot tätig, sondern erbringt diese Leistung im Rahmen der "normalen" Dienstleistung. Diese Dienstleistungspflicht, nach Abschluss der Ausbildung zum Militärpiloten im Rahmen von Rekrutenschulen und Fliegerschulen, umfasst gegenwärtig 33 Diensttage pro Jahr, verteilt auf TK's und einen WK, sowie 8 IT-Tage. Diese Dienstleistungen sind jedes Jahr zu erbringen und bedeuten - neben dem regelmässigen Studium der Reglemente und der spezifischen Flugvorbereitung - eine beträchtliche zeitliche Belastung für dem Piloten, welcher ja hauptsächlich seinem zivilen Beruf nachgeht. Ein Teil der Milizpiloten ist im Hauptberuf ebenfalls fliegerisch tätig, beispielsweise als Pilot bei zivilen Fluglinien, daneben gibt es aber immer noch eine beträchtliche Anzahl von Milizpiloten, welche einen anderen, nicht fliegerischen Beruf ausüben, wie beispielsweise Anwalt, Arzt, Landwirt, Ingenieur oder gar Astronaut.

TK

Trainingskurs. Waherend eines Trainingskurses leisten die Piloten im Staffelrahmen auf einem Trainingsflugplatz der Schweiz in der Regel einen 5-tägigen Dienst. Dabei werden die Flugzeuge durch das Wartungspersonal des BLW bereitgestellt.

BFK

Überwachungsgeschwader der Schweizer Luftwaffe. Im BFK leisten Berufsmilitärpiloten der Schweiz Dienst, welcher einerseits den eigentlichen Staffeldienst, und andererseits die Ausbildung der Pilotenaspiranten und Flugschüler sowie die Unterstützung der Miliz-Staffeln umfasst.

FLY LIKE HELL Productions, Fliegerstaffel 19, 2007. Alle Rechte vorbehalten.