Chronik der Fliegerstaffel 19 (Kurzfassung)

Fliegerstaffel 19 Mit der auf den 1. Januar 1938 in Kraft gesetzten neuen Truppenordnung wurde die Schaffung von 21 Fliegerkompanien vorgesehen, was die Geburtsstunde der Fliegerstaffel 19 bedeutete.

Zu Beginn war die Staffel mit dem Jagdflugzeug Potez 25 ausgerüstet und übernahm bei der Mobilisation 1939 die alten Dewoitine D-27 der Fliegerstaffel 21. Diese Flugzeug, welches bei seiner Einführung im Jahre 1926 zweifellos äusserst modern war, hatte sich im Laufe der Jahre die unangenehme Eigenschaft zugelegt, bei steilen Sturzflugmanövern durch flatternde Flügel in eine Flachvrille zu geraten, welche manchen Piloten das Leben kostete.
Morane D-3800

Im Mai 1940 konnte die Staffel 19 auf die Morane D-3800 umschulen, welche als modernes Jagdflugzeug im Horizontalflug immerhin bereits ca. 500 km/h schnell war. Während der Kriegsjahre war die Staffel auf wechselnden Feldstützpunkten eingesetzt und erst nach 1945 wurde ihr ein fester Flugplatz zugeteilt.

Mit der Umschulung auf den P-51 Mustang. der 1947 aus Kriegsbeständen der Alliierten Luftstreitkräfte erworben werden konnte, wurde der Staffel 19 zusammen mit der Staffel 11 der Flugplatz Alpnach zugeteilt. Diese Flugzeuge waren lange Zeit der Stolz der Piloten, mussten aber mit zunehmender Störungen, speziell der Motoren, ausgemustert werden. Im September 1956 schulte dann die Staffel 19 auf das erste Düsenflugzeug der Schweizer Luftwaffe, den DH-112 Venom um.
Im Jahre 1973 wurde auf den Hunter umgeschult und der Aufgabenbereich der Staffel auf den reinen Erdkampf beschränkt.

Hunter im Flug

Im April 1980 sollte die Staffel 19 die erste Milizstaffel sein, welche auf das neue Kampfflugzeug, den F-5E Tiger umgeschult wurde. Damit wurde auch das Aufgabenspektrum vom "zweidimensionalen" Erdkampf auf den "dreidimensionalen" Luftkampf" mit dem Stichwort Raumschutz verlegt, welches auch Nachflug, Luft-Luft-Kanonenschiessen auf Schleppziele sowie Begleitschutzaufgaben erweitert. Als erste Priorität hat allerdings nach wie vor die Bereitschaft für den sogenannten Luftpolizeieinsatz.

Piloten der Staffel 19 im NORKA Training 1995

Ab 1990 wurden regelmässig über der Nordsee von Nordengland aus Luftkampfeinsätze trainiert. Diese Nordseekampagnen erlautben es, Luftkampf in tiefen Höhen und im Überschallbereich zu trainieren, was in der Schweiz in dieser Form nicht möglich ist. Weiter gab es der Staffel auch die Möglichkeit, gegen moderne Flugzeuge anderer Nationen zu trainieren und somit neue Taktiken zu erproben. Die Fl St 19 nahm 2000 zum letzten Mal an einer Überschallkampagnie teil ("Norka 2000"), seit diesem Zeitpunkt bleiben solche Trainings den F/A 18 Staffeln vorbehalten.
Ende 1994 wurde Alpnach für den Jetbetrieb geschlossen und die Staffel 19 ins Glarnerland nach Mollis verlegt. Mit grossem Elan konnte der bis anhin nur durch Hunter genutzte Flugplatz für den Betrieb einer Tiger-Staffel umgerüstet und sogar für Nachtflüge zugelassen werden. Ab 1998 wurden der Staffel 19 neben den Piloten sechs Bordoperateure zugeteilt, welche in den doppelsitzigen F-5F Tigern den Piloten durch Übernahme der Navigation und der Radararbeit entlasteten.
Ende 1999 musste auch der Flugplatz Mollis wieder verlassen werden, der Staffel wurde im Jahre 2000 wiederum ein neuer Standort zugeteilt. Zusammen mit diesem erneuten Umzug nach Buochs mussten wir auch von den inzwischen voll in das Staffelleben integrierten Bordoperateuren wieder Abschied nehmen. In Buochs trainierten wir neben dem klassischen Raumschutz und dem Luftpolizeidienst auch den Einsatz im Verbund mit den ortsansässigen Mirage III RS (Fl St 10). So erfolgten diverse kombinierte Übungen mit dem Tiger als "Interzeptor" und dem Mirage als "Photographen". Nach der Ausmusterung der Mirage III RS per Ende 2003 wurde unsere Homebase Buochs im Rahmen des neuen Airbase-Konzeptes des Luftwaffe in eine "Sleeping Base" umgewandelt. Dies hatte zur Folge, dass der Fl St 19 per 2004 die neue Homebase Sion zugeteilt wurde. Zurzeit liegt der Schwerpunkt unserer Arbeit im Luftpolizeidienst ("Air Policing"). So werden die internationalen Abfangverfahren trainiert und kommen in "Live" Einsätzen auch zur Anwendung. Daneben agieren die Tiger als Trainingspartner für die F/A 18 Staffeln und dienen als Zielflugzeuge für die Flab sowie als Trainingsflugzeug für die Pilotenschüler des Berufsfliegerkorps. Im Rahmen des World Economic Forum (WEF) 2006 flog die Fl St 19 im Auftrag der Airbase Sion zahlreiche Missionen zur Unterstützung der Esc Av 18.
Auch den neuen Aufgaben im neuen Jahrtausend sieht die Staffel 19 mit gespannter Erwartung entgegen und wird auch die kommenden Aufgaben in gewohnter, souveräner Weise lösen.

 

Staffel 19, fly like hell!

FLY LIKE HELL Productions, Fliegerstaffel 19, 2007. Alle Rechte vorbehalten.